Ein „Gewinner der Herzen“ – und ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion
Jan erhält nach dem Burglauf einen eigens gefertigten Pokal aus der Fagus-Werkstatt. Seine Wertschätzung für das soziale Engagement von Westfalia Gemen geht weit über den Sport hinaus.
Gemen. Manchmal entstehen aus einer sportlichen Enttäuschung Geschichten, die zeigen, worauf es im Vereinsleben wirklich ankommt. Beim 20. Burglauf in Gemen überquerte Jan, ein noch unerfahrener Läufer und begeisterter Nordic Walker aus Vreden, als dritter Mann die Ziellinie. Weil er den Transponder für die Zeitmessung falsch angebracht hatte, wurde seine Zeit jedoch nicht gewertet. Ein Platz auf dem Siegertreppchen und ein offizieller Pokal blieben ihm somit verwehrt.
Für das Burglauf-Team war die Geschichte damit allerdings nicht beendet. Sieben Wochen nach der Veranstaltung gab es nun eine besondere Überraschung: In der Fagus-Werkstatt wurde eigens für Jan ein Einzelstück mit dem Titel „Gewinner der Herzen“ gefertigt. Gemeinsam mit seinen drei Kindern nahm er die Auszeichnung von Martin aus dem Burglauf-Team entgegen.
Doch die Übergabe war weit mehr als die nachträgliche Würdigung einer sportlichen Leistung. Sie wurde zu einem besonderen Moment gegenseitiger Wertschätzung. Denn Jan und seine Familie wissen zu schätzen, wofür sich Westfalia Gemen mit dem Burglauf engagiert.

Die Zusammenarbeit mit der Fagus-Werkstatt ist für den Verein weit mehr als die Beschaffung von Pokalen und Medaillen. Westfalia Gemen möchte Menschen mit Behinderung sichtbar machen, ihre Arbeit wertschätzen und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Die individuell gefertigten Holzpokale und Medaillen sind dafür ein bewusst gewähltes Zeichen. Sie werden in der Werkstatt von Menschen mit Behinderung hergestellt und verleihen dem Burglauf eine besondere, unverwechselbare Note.
Dass diese Haltung auch bei Jan und seinem Umfeld auf so große Resonanz stößt, freut das Organisationsteam besonders. Jan zeigte sich beeindruckt vom sozialen Engagement des Vereins und dessen Zusammenarbeit mit der Fagus-Werkstatt. Seine Anerkennung blieb nicht bei Worten: Er hat angekündigt, dem Förderverein eine großzügige Spende zukommen zu lassen.
„Ich finde es großartig, mit wie viel Herzblut sich Westfalia Gemen für die Fagus-Werkstatt und die Menschen, die dort arbeiten, einsetzt. Das verdient meinen großen Respekt und meine Anerkennung. Dass sich der Verein nach sieben Wochen noch einmal so viel Mühe macht und mir diese besondere Auszeichnung überreicht, hat mich und meine Familie wirklich berührt. Dafür bin ich sehr dankbar. Solches Engagement ist alles andere als selbstverständlich und verdient jede Unterstützung“, sagt Jan.
Für Westfalia Gemen ist diese Rückmeldung eine besondere Bestätigung. Denn soziales Engagement lebt davon, dass Menschen es wahrnehmen, verstehen und mittragen. Wenn aus einer Begegnung beim Burglauf eine solche Verbundenheit entsteht und daraus sogar konkrete Unterstützung erwächst, zeigt sich, wie weit die Wirkung einer Sportveranstaltung über die Laufstrecke hinausreichen kann.
Auch sportlich soll die Geschichte weitergehen: Jan hat seine Teilnahme am 21. Burglauf am 4. September 2027 bereits zugesagt. Dann wird er erneut an den Start gehen – hoffentlich mit korrekt angebrachtem Transponder.
Der Verein freut sich auf das Wiedersehen. Denn die Geschichte von Jan zeigt auf besondere Weise, dass beim Burglauf nicht allein Zeiten und Platzierungen zählen. Ebenso wichtig sind die Menschen, die sich begegnen, gegenseitig wertschätzen und gemeinsam etwas bewegen. Und manchmal ist genau das der größte Gewinn.